Von Spezialisierungen und günstigen Preisen

Wie viele andere kleine und mittelständische Druckereien, sind auch wir zunehmend unter den Preisdruck der großen Onlinedruckereien geraten. Größere Auflagen von DIN A6 Flyer im 4c-Offsetdruck, also das absolute Standardprodukt der Werbeindustrie, haben wir schon eine ganze Weile nicht mehr gedruckt. Gegen den hohen Automatisierungsgrad und die Sammelformen der Onlineprinter kommen wir preislich nur schwer an. Das ist die Realität, der wir uns täglich stellen müssen.

 

Auch haben unsere Maschinen nicht die Größe und den Durchsatz, um die wirklich großen (und damit einträglichen) Aufträge akquirieren zu können.

 

Und trotzdem stehen wir aktuell besser da, als das viele, viele Jahre der Fall war. Wie viele Kollegen, mussten auch wir erkennen, dass es nur noch mit Spezialisierung geht. Dann aber erstaunlich gut! Es gibt augenscheinlich noch viele Designer da draußen, die das Medium Papier mit in ihre Überlegungen einbeziehen. Denn nicht nur das gedruckte Wort, bzw. Bild, sondern auch der Druckträger vermittelt Botschaften. Im Klartext heißt das bei uns: Visitenkarten und Briefbogen außerhalb des Rasters, Druck in Schmuckfarben, Farbschnitt, Prägungen und natürlich Letterpress. Aber auch neue Technologien, wie die werkzeuglose Heißfolienprägung oder den digitalen Weißdruck. Sprich Drucksachen, die durch ihre Außergewöhnlichkeit begeistern. 

 

Der Beratungsaspekt macht mittlerweile einen bedeutenden Teil meines Arbeitstages aus. Neben einer schier unendlicher Auswahl an Papiersorten, Oberflächen und Farben die gekannt werden wollen, spielt natürlich auch ein anderer Faktor eine Rolle: wie gut funktioniert ein Druckverfahren mit welchem Papier. Das sind Fragen, die ich telefonisch in den meisten Fällen sofort oder spätestens nach einem Testlauf beantworten kann. Den machen wir dann in der Regel auch.

 

Das heißt aber gleichzeitig nicht, dass die Kosten explodieren - im Gegenteil: ein gut geplantes Produkt kann außergewöhnlich sein und gleichzeitig bezahlbar. Für uns ist es in der Regel günstiger Schmuck-, also Pantone- und HKS-Farben zu drucken. Und kleinere Maschinen heißen in diesem Fall: kürze Rüstzeiten und -Kosten, geringere Plattenkosten und viel weniger Vorlauf, bis die Farbe steht. Deshalb sind wir in der Lage günstiger Briefbogen und Visitenkarten zu produzieren, als ich das bisher Internet gesehen habe - und das bei freier Papierwahl.

 

Ich kann und möchte nicht verheimlich, dass mir dieser Weg unglaublichen Spaß bereitet. Es gibt nichts Schöneres, als am Ende eines Prozesses außergewöhnliche Drucksachen in den Händen zu halten.

 

Zwei dieser außergewöhnlichen Objekte werde ich in den nächsten Beiträgen vorstellen: zum einen eine Broschüre mit Letterpress Cover und Briefbogen mit Farbschnitt.

 

Bis dahin

 

Ihr Thomas Karcher